Zurück | Familie & Beziehungen | 07.09.2026
Auf einmal ist da dieses leere Kinderzimmer. Vielleicht steht das Bett noch da, ein paar vertraute Dinge liegen herum, an den Wänden hängen noch Bilder. Und doch fühlt sich der Raum anders an. Still. Ein bisschen fremd vielleicht. Als hätte jemand eine Tür geöffnet, durch die das eigene Kind gerade hinaus ins Leben gegangen ist.
Ein gedeckter Tisch für eine Person weniger. Nicht mehr die Frage: «Wann kommst du nach Hause?» Nicht mehr automatisch überlegen, was es zum Abendessen geben könnte. Nicht mehr die vertrauten Geräusche, die Gespräche zwischendurch, das Öffnen und Schliessen einer Zimmertür.
Und dann diese Jacke, die nicht mehr an der Garderobe hängt. Ein kleines Detail vielleicht. Und doch kann gerade so etwas plötzlich eine grosse Lücke sichtbar machen.
Das Haus wird ruhiger. Am Anfang kann diese Ruhe sogar angenehm sein. Endlich einmal keine Termine, keine Fahrdienste, keine Verpflichtungen, keine ständige Rücksichtnahme. Mehr Zeit für sich. Mehr Freiheit.
Und irgendwann merkst du vielleicht:
Diese Freiheit fühlt sich nicht nur leicht an. Denn mit dem Auszug des Kindes verändert sich nicht nur der Familienalltag. Es verändert sich auch eine Rolle, die dich über viele Jahre ausgemacht hat.
Denn dein Kind braucht nicht mehr dieselbe Fürsorge wie früher. Es entscheidet selbst, gestaltet sein eigenes Leben, macht eigene Erfahrungen – und manchmal ganz andere, als du dir das vorgestellt hättest.
Während dein Kind in die Welt hinaus geht, stehst du als Mutter vielleicht selbst an einem Übergang. Und bist mit Fragen konfrontiert, auf die du gerne eine Antwort hättest.
«Wer bin ich nun, wenn meine Rolle als Mutter weniger Raum einnimmt?»
«Was mache ich mit der Zeit, die plötzlich wieder mir gehört?»
«Was habe ich vielleicht über Jahre zurückgestellt?»
Und vielleicht ist da neben der Freude und dem Stolz für dein Kind auch ein leiser Abschiedsschmerz. Nicht nur vom Kind, das erwachsen geworden ist, sondern auch von einer Lebensphase, in der du als Mutter gebraucht wurdest wie kaum jemals zuvor in einer anderen Rolle in deinem Leben.
Dennoch bleibst du die Mutter deines Kindes – auch wenn sich deine Mutterrolle verändert.
Diese grosse Veränderung deiner Mutterschaft kann gleichzeitig auch Raum schaffen, um etwas Neues zu beginnen.
Denn beim Flüggewerden deines Kindes geht es nicht nur darum, etwas loszulassen. Sondern auch darum, sich dabei selbst wieder neu zu entdecken.
Das bedeutet dann, nicht als Mutter weniger zu sein. Sondern als Frau wieder mehr von sich selbst zu spüren.
Vielleicht ist dieser Übergang deshalb nicht nur eine Geschichte vom Abschied.
Vielleicht ist er auch eine Einladung an dich. Eine Einladung, dich zu fragen:
«Was möchte ich mitnehmen aus dieser wunderbaren, manchmal anstrengenden und trotzdem erfüllenden Lebensphase der Mutterschaft?»
«Was darf jetzt neu entstehen?»
«Und wie möchte ich die nächsten Jahre meines eigenen Lebens gestalten?»
Im Coaching nehmen wir uns Zeit, herauszufinden, was du aus deiner bisherigen Lebensphase mitnehmen und wie du die kommende Zeit für dich gestalten möchtest.
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